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Sei ehrlich!

> 14.03.2021

In unzähligen Podcast-Aufnahmen hörte ich immer wieder Erfolgsstories von UnternehmerInnen, PolitikerInnen, GeschäftsführerInnen oder Selbstständigen. Im Vor- und Nachgespräch sagten viele dasselbe - „Es war viel Glück und Zufall dabei“. Aber stimmt das?

 

 

Glück und Zufall

Wenn ein Podcast-Gast oder eine andere Person zu mir sagt, dass viel Glück und Zufall bei seinem oder ihrem Erfolg dabei war, muss ich schmunzeln. Meine Definition von Zufall ist, dass etwas Fälliges zufällt. Der Zufall setzt eine Aktion voraus und daraus folgt eine Reaktion.

 

Nehmen wir einmal das Beispiel Lotto. Ist es Zufall, dass jemand im Lotto gewinnt? Nein! Wir alle wissen, dass jemand im Lotto gewinnt und wir gehen auch stark davon aus, dass jemand die richtigen Zahlen getippt hat.

 

Auch wenn man selbst gewinnt, ist es kein Zufall, denn es setzt eine Aktion voraus. Wir betrachten Dinge als zufällig, da wir sie nicht berechnen oder vorhersagen können, aber es gibt noch einen wesentlichen Aspekt bei dieser Aussage.

 

Die Gesellschaft sagt Dir, dass Du nicht ehrlich sein darfst

Wenn man unsere Aussagen genauer unter die Lupe nimmt, stellt man fest, dass man viele Aussagen aufgrund des Umfeldes und der Gesellschaft trifft. In den Gesprächen viel mir auf, dass die Leute oftmals mit einem schlechten Gewissen geplagt werden, wenn sie über Erfolg, Geld und ihre Vision sprachen.

 

Auch ich machte diese Erfahrung. Ich sprach in meinem Umfeld nie über Zahlen und meine Erfolge, da das Feedback eher negativ ausfiel. Egal was ich sagte, ich hörte immer, „ja, du hattest halt einfach viel Glück“. 

 

Es ist immer leichter, wenn man etwas auf das Glück schiebt, als zuzugeben, dass man selbst die Möglichkeiten dazu hat. Die Menschen wollen nicht hören, dass man mehrere Nächte im Büro geschlafen hat, teilweise nicht wusste, wie es weitergeht und an das Aufgeben dachte.

 

Die Kommunikation verändert sich

Durch solche Aussagen verändert sich auch die eigene Kommunikation. Man spricht anders und möchte nicht mehr sagen, was man alles erreicht hat und was man dafür geben musst. Zusätzlich bilden sich auch neue Glaubenssätze. Vielleicht ist es ein Glaubenssatz, der besagt, dass ein Projekt nicht geklappt hat, da man nicht genügen Glück hatte.

 

Sei ehrlich zu Dir selbst

Die Ehrlichkeit zu sich selbst ist eine sehr wichtige Tugend. Unzufriedenheit und Beunruhigung sind nur Anzeichen dafür, dass man weiß, dass man zu mehr bestimmt ist und ein größeres Potenzial hat. 

 

Man sollte auch ehrlich gegenüber seinen Leistungen sein. Man sollte nichts übertreiben, aber auch nichts kleinreden, denn wenn man seine Erfolge schmälert, schmälert man automatisch seinen Selbstwert.

Rober Pacher